Gedenkbuch

Wir freuen uns über Ihre Erinnerungen, Gedanken und Fotos, die Sie mit Kurt Rudolph verbinden.

We appreciate and are grateful for all memories, thoughts and photos, that you have with Kurt Rudolph and that you would like to share here.

Prof. Frenschkowski, Universität Leipzig · 14.10.2020


Prof. Dr. Hans Wiesmeth, Präsident Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig · 14.07.2020

Dieser Brief wurde mit Einverständnis des Absenders veröffentlicht.


Religionswissenschaftliches Intitut Leipzig · 08.07.2020

Das Religionswissenschaftliche Institut der Universität Leipzig gedenkt Prof. Dr. Dr. Kurt Rudolph. Er war von 1954 – 1984 zunächst als Assistent und später als Professor für Religionswissenschaft in Leipzig tätig. Seit 1989 war Prof. Rudolph maßgeblich an der Neugründung des Instituts im Jahre 1993 beteiligt und hielt seither engen Kontakt mit den MitarbeiterInnen. Davon zeugen regelmäßige Besuche, so auch zur 100-Jahr-Feier des Instituts im Jahr 2012. Die Fotos zeigen Prof. Rudolph sowie Gäste und die MitarbeiterInnen während der Feier.


Het Mandaïsche Huis Federatie Nederland · 01.07.2020

We are sorry for your loss. He was such a great person;
He will live on in our memories forever.
In the name of the Mandaean House Federal Board of Directors in the Netherlands


the Foundation for the Preservation and Riviving of Mandaean Memory · 23.06.2020

Words cannot express our sorrow.He was such a great person.

آخر العظماء المستشرقين الاوائللقطات لم تعرض سابقا ——————————-البروفيسور الدكتور كورت رودولفلقطات لم تعرض سابقا في مدينة دوسلدولف الالمانية 2019كان لمؤسسة مؤسسة إحياء وحفظ الذاكرة المندائيةشرف تسجيل آخر اللقاءات الفيديوية وبعضا من كلماتهالفلم المرفق أهداء لروح السيد كورت رودولف عسى ان يكون عروجه سهلا الى جنات الخلد.تصوير ومونتاج : Salah S Rahim .. ======================((نحن نوثق التاريخ المندائي ولا نكتبه ))/////////////////////////////////////////////نرجو من الراغبين اللذين يعثرون على التراث المندائي بجميع اشكاله أرساله ألينا برسالة خاصة لغرض أعادة أنتاجه ونشره بالشكل اللائق الذي يستحقه————————————-تنويه عامالمؤسسة ترجو كل مصادر الصور والوثائق توخي الدقة والحيادية في محتوى المعلومات المرسلة ألينا قدر الأمكان خدمة لتوثيق التاريخ المندائي وشكرا مقدما—————————-مؤسسة إحياء وحفظ الذاكرة المندائيةthe Foundation for the Preservation and Riviving of Mandaean Memory

Gepostet von Salah Saleem Rahim am Freitag, 15. Mai 2020


Het Mandaïsche Huis Federatie Nederland · 23.06.2020

We are sorry for your loss. He was such a great person;
He will live on in our memories forever.
In the name of the Mandaean House Federal Board of Directors in the Netherlands


Al-Saify Allaa · 21.06.2020

Eine sehr inspirierende Person..

Leider ein sehr großer Verlust der Mandäer.
Ich möchten ihnen mein Beileid aussprechen. Der Familie wünsche ich viel Kraft in dieser schwierigen Zeit.
Mögen euch die Erinnerungen an die gemeinsame Zeit auch Trost spenden.

Es war schön Ihn kennengelernt zu haben.


Assia Harwazinski · 16.06.2020

Kurt Rudolph war einst einmal in Tübingen zu Gast, mit einer Vorlesung, noch in den alten gammeligen Räumen in der Reutlinger Str. 2; das ist mir in Erinnerung geblieben. Er war charmant, humorvoll, angenehm, silbergrau. Sein Ansatz einer von der bzw. den Theologie/n unabhängigen Religionswissenschaft als eigenständiger Disziplin ist mir bis heute als wichtige, zentrale Basis für die Ausübung unseres Faches in Erinnerung geblieben. Möge sein Wirken durch die Beachtung dieses Grundsatzes von einer Religionswissenschaft als eigenständiger, von den Theologien unabhängiger Disziplin auf solider Basis der Religionsgeschichte/n erhalten bleiben und fortgeführt werden! Damit wird sein bedeutsames Erbe bewahrt.
Mit großem Respekt für sein Wirken, Schaffen und seine Biographie,
Assia Harwazinski


Constance Hartung · 15.06.2020

Ich denke mit Dankbarkeit an Professor Dr. Dr. h.c. mult. Kurt Rudolph. Sein Verständnis der Religionswissenschaft hat mich geprägt: Religionsgeschichte im wahrsten Sinne. Ich erinnere mich an sein Seminar zu Methoden in der Geschichtswissenschaft ganz am Anfang meines Studiums in Marburg, an das Seminar „Religionswissenschaft und Religionskritik“. Das sollte mir eine wissenschaftliche Welt eröffnen: Seminare zur kritischen Auseinandersetzung mit Begriffen der Religionswissenschaft – „Religion und Magie“ – „Das sogenannte Heilige“ u.a.; meine ersten lesenden Begegnungen mit dem Koran, begleitet durch seine Einführung in der DDR-Reclam-Ausgabe, die ich mir gekauft hatte. Und darauf folgten die Seminare zum modernen Islam in der Religionskundlichen Sammlung, die er gemeinsam mit Professorin Dr. Ursula Spuler-Stegemann hielt. Ja, es war seine Lehre, aber es gaben auch die persönlichen Begegnungen im Haus „Am Plan“, wo die Religionsgeschichte ihr Büro und ihre Bibliothek hatte, meinem Studium Richtung. Die freitäglichen Morgenrunden, in denen die Lehrenden und wir als studentische Hilfskräfte und Assistenten zusammenkamen, boten Breite an Themen; seien es vorderasiatische Erlösungsreligionen, Gnosis, Mandäer oder ebenso die Erinnerungen an Leipzig, Sachsen und Thüringen sowie mancher versteckte Witz, der Kurt Rudolph eigen war. Mit letzterem kommentierte er auch die gemeinsame Fahrradfahrt und Feier, die wir, Studentinnen und Studenten verschiedener Fächer, ihm im Anschluss an seine Abschiedsvorlesung organisierten. Meine Studienzeit in Marburg ist verbunden mit Kurt Rudolph, den ich als Menschen und Lehrer in tiefer Erinnerung behalten werde.


IAHR Acting Secretary General, Prof. Satoko Fujiwara & IAHR President, Prof. Tim Jensen · 13.06.2020

It was with great sadness that we learned of the passing of Professor Kurt Rudolph, an Honorary Life Member of the IAHR, on May 13, shortly after celebrating his 91st birthday. Professor Rudolph greatly contributed to the IAHR through, above all, his critical reflections upon the methodology and the nature of the study of religions. An obituary will appear in NVMEN as soon as possible. We extend our heartfelt condolences to his family.


Khalid Al Sudi · 12.06.2020

Please accept our sincere condolences for the death of our friend, Professor Kurt.


Alois van Tongerloo · 12.06.2020

Together with Professor Kurt Rudolph, Peter Bryder and Samuel Lieu (now Predisent of the Union Académique Internationala) we founded the IAMS – International Association of Manichaean Studies in Lund. I was very much interested in his work on Hans Jonas and we met often on the occasion of Manichaean symposia or congresses. Many of us will miss his wise comments and his vast knowledge.


Edith Franke (Marburg), 08.06.2020 · 08.06.2020

Kurt Rudolph war und ist für mich in einer der bedeutendsten Religionswissenschaftler. Als langjährige Assistentin von Peter Antes in Hannover und vor allem durch meinen akademischen Lehrer Hubert Seiwert, habe ich das Werk von Kurt Rudolph schon während meines Studiums als Begründung einer historischen, empirischen und sich selbst kritisch reflektierenden Religionswissenschaft schätzen gelernt. Persönlich kannte ich ihn lange nur flüchtig von Tagungen und anderen akademischen Veranstaltungen. Als ich im Jahr 2006 an die Philipps-Universität Marburg kam, hatte ich jedoch das Vergnügen, mit ihm und den Kollegen Rainer Flasche, Hans-Jürgen Greschat, Martin Kraatz sowie der Kollegin Spuler-Stegemann ein gemeinsames Seminar durchzuführen. Anschließend daran sind wir in einigen Café-Treffen dann auch fachlich und persönlich ins Gespräch gekommen. Bis heute fehlen die Texte von Kurt Rudolph in keiner meiner Lehrveranstaltungen zur systematischen Religionswissenschaft und stehen seine klaren, scharfen Analysen zum Selbstverständnis und zu Aufgaben unseres Fachs richtungsweisend für unsere Disziplin. Mit ihm verliert unser Fach einen seiner bedeutendsten Gelehrten und einen liebenswerten Kollegen.


Saleem Katheer Alhaider mandär from Bagdad ,now in Sweden -Lund · 08.06.2020

I had met Professor Dr Dr Kurt Rudolph in Bagdad during his both two visits to Iraq .
I had been with him mostly all the time .
Once , I ‘d invited Professor Rudolph to dinner with friends at home .He used to write to me for many years ,until the first year of the Iraq-Iran war .
I had a Foto with him in Havanabar in Bagdad ( 11-04- 1969) (I’m the first from the right) ,and the other one at my home .
My deepest condolences to the family Rudolph and friends .The Mandaeans lost a close friends .


Dr. Jon Olav Ryen (Norwegen) · 08.06.2020

Ich habe Prof. Kurt Rudolph vor 14 Jahren kennengelernt, als er Kommissionsmitglied meiner Disputation an der Universität Oslos war. Ich erinnere ihn als sehr freundlich und interessiert. Mein Thema war das Symbol des Weinstocks im Mandäismus, und es war ein grosses Erlebnis für mich, den grossen Mandäismusforscher zu hören und mit ihm zu sprechen. Wir haben auch ein paar Male danach Kontakt gehabt.
Zu seinem Gedenken möchte ich an den schönen mandäischen Satz erinnern: „Und das Leben ist siegreich!“


Axumawit Berhe mit Familie aus Berlin · 08.06.2020

Ich bin eine Schulfreundin der Enkelin Carolin. Und damals vor über 20 Jahren ist mir schon aufgefallen, wie wichtig ihr ihr Großvater ist, wie gerne sie bei ihren Großeltern war und wie liebevoll sie über sie sprach. Sehr untypisch für so ein cooles Mädchen in der Pubertät. Da war schon klar, dass muss ein toller Mensch sein.
Es hat mich gerührt dann viele Jahre später in 2016 dabei gewesen zu sein, als er seine Enkelin zum Altar führte.


Marcia J. Bunge · 07.06.2020

Benrath Castle, Düsseldorf 2016


Prof. Dr. Marcia J. Bunge (St. Peter, Minnesota) · 06.06.2020

I am deeply saddened by the death of Kurt Rudolph. He was a mentor and friend, and I am deeply grateful for his scholarship and the many blessings he brought into my life. I first met Kurt Rudolph when he was a Visiting Professor at the University of Chicago. At that time, I was a graduate student and research assistant in the Divinity School. Since I had studied in Germany (after finishing college and before starting graduate school), and since I spoke German, I was invited in my role as a research assistant to help Professor Rudolph with a few tasks. This simple invitation opened the door to a rich, rewarding, and long-standing relationship with Kurt and his whole family. I learned more about his scholarship, and I came to know about the situation of his family in former East Germany. Coincidentally at that time, I had also been planning a research trip to Weimar with the help of a Newcombe Doctoral Dissertation Fellowship. Thus, I was able to visit Ekkehard in Gotha and family friends in Leipzig just a Kurt and Christel had decided to stay in the United States. During those trying and unusual years (before the fall of the Berlin Wall), I witnessed the creativity and resilience of Kurt and his whole family as they navigated personal losses and political upheavals and continued to pursue their work and foster friendships. Over the years, I have been blessed to remain in touch with them through days in California, Marburg, and Düsseldorf, watching how their lives continued to unfold and flourish. I am still so moved when I think about the many kindnesses Kurt showed to me as a graduate student and over the years and when I reflect on the depth and long-lasting impact of his scholarly contributions. I will miss him!


Ulla Spuler-Stegemann · 06.06.2020

Das erste Mal, als Kurt Rudolph Hartmut und mir über seine wissenschaftlichen Leistungen hinaus als Mensch begegnete und doch auch wieder nicht begegnete, war während der Apokalypse-Tagung 1979 in Uppsala. Man hatte so sehr auf ihn gehofft, aber er durfte nicht aus der DDR ausreisen: immer wieder fanden sich Grüppchen, die berieten, ob und wenn ja wie man ihm doch noch das Kommen ermöglichen könne, und waren gleichzeitig besorgt, ihm mit einer solchen Aktion zu schaden; irgendwie war er immer dabei. Anekdoten machten die Runde, und vermittelten das sehr lebendige Bild eines gradlinigen, mutigen, großen Gelehrten, der vorbehaltlos auch die Leistungen anderer anerkannte und würdigte.
1986 wurde Kurt nach Marburg berufen, ein Segen für die Religionsgeschichte. Die heftigen, anregenden Diskussionen an den Freitagvormittagen mit den meisten Fachvertretern, aber auch die Geburtstags- und sonstigen Feiern gehören der Vergangenheit an. Die gemeinsamen Seminare in größerer Runde oder zu zweit waren eine nachhaltige Erfahrung; wir haben uns wunderbar ergänzt und manchmal auch freundschaftlich „gestritten“. Für das Referat in einer Seminar-Sitzung konnte ich Ekkehard gewinnen; es war eine sehr gute Dreier-Veranstaltung geworden, und das stille Schmunzeln in Kurts Gesicht werde ich auch nicht vergessen. Ich habe ihm sehr, sehr viel zu verdanken.
Als Kurt Rudolph 1996 auch von der Universität Leipzig den Ehrendoktortitel verliehen bekam, durfte ich an diesem Ereignis teilnehmen. Am Folgetag führten mich Rudolphs einige Stunden durch Leipzig, erzählten von den Geschicken der Stadt und den Erfahrungen innerhalb der Universität. Es waren Sternstunden, die sich in mein Herz und Gedächtnis eingebrannt haben.
Die Gastlichkeit im Hause Rudolph war beeindruckend. Die Liebe, Warmherzigkeit und Klugheit von Christel bildeten die Grundlage auch für seine wissenschaftliche Kraft. Auch ihr gilt mein Dank – für alles!
Der Abschied schmerzt; denn es geht ein Großer, ein Original im allerbesten Sinne wie sie kaum noch auf dieser Erde zu finden sind: requiescat in pace.


Hans G. Kippenberg · 05.06.2020

Der Tod von Kurt hat mich aufgewühlt. Ich habe an ihn allerbeste Erinnerungen. Besonders lebendig sind die aus den siebziger Jahren. Sie treten in vielen Briefen zutage, die ich mit ihm während meiner Zeit in Groningen gewechselt habe. Der erste Brief von ihm stammte aus dem Jahre 1971. Mein Versuch, mit Fragestellungen des Soziologen Max Webers den antiken Gnostizismus besser gerecht zu werden als mit der damals noch hoch geschätzten Phänomenologie, traf auf seine Zustimmung; ja mehr noch, er wies mich auf einen Aufsatz hin, in dem er gleiches versucht habe. Sonderdrucke gingen hin und her. Von da an blieben wir in Verbindung. Eine Sammlung seiner Aufsätze in der religionswissenschaftlichen Buchreihe von Brill, ein Gastvortrag in Groningen, sein Interesse an der dortigen Religions-Ikonographie und 1989 sein Beitrag zu einer van der Leeuw Konferenz in Groningen – alle diese Vorhaben und weitere, die eine neue Orientierung im Fach suchten, hob er mit seiner umfangreichen Methodenkenntnis und Breite an Gelehrsamkeit auf ein höheres Niveau.
Er wird uns allen im Gedächtnis bleiben.


Prof. Marcell Saß, Marburg · 04.06.2020

Nachruf Prof. Dr. theol. Dr. phil. habil. Dr. h. c. mult. Kurt Rudolph
(*3. April 1929 †13. Mai 2020)

Am 13. Mail 2020 verstarb in Düsseldorf der Universitätsprofessor i.R. Dr. Dr. Kurt Rudolph im Alter von 91 Jahren. Der Fachbereich Evangelische Theologie der Philipps Universität Marburg verliert einen renommierten und international anerkannten Vertreter der Religionswissenschaft und ausgewiesenen Kenner der Religionsgeschichte der Gnosis, von Mandäern und Manichäismus. Kurt Rudolph war acht Jahre lang, von 1986 bis zu seiner Emeritierung 1994, Professor für Religionsgeschichte an unserem Fachbereich.
Er wurde am 3. April 1929 in Dresden geboren. Durch den Zweiten Weltkrieg wurde seine Schullaufbahn unterbrochen, nach Kriegsende begann er zunächst eine Lehre als Zimmermann und machte 1948 an der städtischen Oberschule Dresden das Abitur. Im gleichen Jahr nahm er sein Studium der Evangelischen Theologie, Religionsgeschichte, und Semitistik an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald auf und setzte es 1950 an der Universität Leipzig fort. Nach seinem Ersten Theologischen Examen 1953 wurde er wissenschaftlicher Assistent des Religionsgeschichtlichen Instituts der Philosophischen Fakultät, damals der Karl-Marx-Universität Leipzig. Für die nächsten Jahre beschäftigte er sich dort mit der Religion der Mandäer. Er wurde 1956/7 mit zwei Arbeiten Die Mandäer I –
Das Mandäerproblem und Die Manäder II – Der Kult zunächst in der Theologie und darauf in der Religionsgeschichte doppelt promoviert. 1960 wurde er Oberassistent am Institut für Religionsgeschichte und habilitierte dort 1961 im Fach Religionsgeschichte und Vergleichende Religionswissenschaft mit der Schrift Theogonie, Kosmogonie und Anthropogonie in den mandäischen Schriften. Eine literarkritische und traditionsgeschichtliche Untersuchung.
Er setzte seine wissenschaftliche Karriere in Leipzig fort, 1961 zunächst als Dozent für Religionsgeschichte und Vergleichende Religionswissenschaft. 1963-1969 wurde er zum Professor mit Lehrauftrag für Religionsgeschichte an die KMU berufen, 1969-1984 war er ebendort ordentlicher Professur und weitete seinen Wirkungskreis stetig aus. 1974 wurde er Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften und seit 1977 korrespondierendes Mitglied der Dänischen Akademie der Wissenschaften. 1977 erschien in Leipzig und parallel in Göttingen bei Vandenhoeck sein vielfach neu aufgelegtes Werk Die Gnosis. Wesen und Geschichte einer spätantiken Religion. In den frühen 1980er Jahren hatte er Gastprofessuren an den Universitäten Toronto und Chicago inne, und 1983 wurde ihm eine erste theologische Ehrendoktorwürde durch die University of St Andrews, Schottland, verliehen. 1984 kündigte er seine Stellung an der Universität Leipzig. In den USA erhielt er in der Folgezeit Gastprofessuren an der University of California, Santa Barbara, sowie der Harvard Divinity School.
Schließlich führte ihn 1986 eine C4-Vertretungsprofessur für Religionsgeschichte an die Philipps-Universität Marburg, wo er 1987 bis zu seiner Emeritierung 1994 Professor für Religionsgeschichte wurde. Damit setzte er die mit Friedrich Heiler begründete Reihe von Fachvertretern am Fachbereich Evangelische Theologie fort und profilierte sie mit seinem historisch-philologischen Schwerpunkt. Bei seinem Weggang 1984 aus der Sächsischen Akademie der Wissenschaften ausgeschlossen erhielt er 1991 erneut den Status eines korrespondierenden Mitglieds. Mit seiner Emeritierung 1994 wurden ihm weitere Ehrendoktorwürden verliehen, in Aarhus erneut im Fach Theologie sowie in Leipzig der Dr. hc. phil. Er war Vorstand der Deutschen Vereinigung für Religionsgeschichte, Schriftleiter der Zeitschrift für Religionswissenschaft und Präsident der International Association of Manichaean Studies. Sein akademischer Werdegang war von großen Wechseln politischer Systeme, von politischen sowie institutionellen Grenzen geprägt, die es ihm durch seine Kennerschaft wiederholt zu überbrücken gelang. So verband er historische Disziplinen innerhalb der Theologie mit der Religionsgeschichte bzw. Religionswissenschaft. In beeindruckender Konsequenz und Ausdauer arbeitete er, ausgehend vom ersten großen Arbeitsschwerpunkt auf den Mandäern, im Themenfeld spätantiker Religionen im Umfeld des Christentums und erlangte den Ruf eines der großen Kenner der Gnosis und des Manichäismus. Seine
international rezipierten Publikationen reichen bis in Felder der Koptologie und Islamwissenschaft. Als Religionswissenschaftler wandte er sich kritisch gegen die Religionsphänomenologie und forderte dezidiert eine der säkularen Wissenschaft verpflichtete Perspektive auf Religionen. Damit war er für die Marburger Theologie ein erwünschter Austauschpartner.
Der Fachbereich Evangelische Theologie und die Philipps-Universität Marburg werden sein Andenken in Ehren halten.

Marburg im Mai 2020
Prof. Dr. Marcell Saß (Dekan)


Peter Bryder 03/6 2020 · 03.06.2020

It is with great sadness the death of my dear friend Kurt Rudolph reached me.
The great times we had together both here in Sweden when he was guest-
professor in Lund. Also memorable happy days in Hongkong and many other places in the world. My thoughts go to Christel in this difficult time.


Markus Dreßler, Leipzig · 03.06.2020

Meine erste religionswissenschaftliche Veranstaltung die ich im Sommersemester 1992 besuchte war eine von Prof. Kurt Rudolph angebotene Systematische Einführung in die Religionswissenschaft. Ich war damit heillos überfordert, aber dennoch war ich gleich beeindruckt von der Gelehrsamkeit und Systematik, die Herr Rudolph vermittelte. Von den weiteren Veranstaltungen die ich bei ihm besuchte sind mir vor allem diejenigen (Vorlesung und Seminar) zur Gnosis in Erinnerung geblieben. Im Seminar lasen wir von Hans Jonas Gnosis und spätantiker Geist und obwohl die meisten von uns sich mit der anspruchsvollen Lektüre doch sehr schwer taten, ist mir die Exegese des Textes durch Herrn Rudolph doch immer noch in eindrucksvoller Erinnerung. Er war auf eine sympathische Art so wie man sich einen „klassischen Professor“ vorstellte: ungemein gelehrt, bisweilen etwas zerstreut, immer den wissenschaftlichen Gegenstand im Blick. Trotz des sehr professoralen Auftretens im Seminar war Professor Rudolph unter den Studierenden beliebt, weil er immer ansprechbar war und dabei etwas angenehm menschliches und authentisches hatte, ohne Allüren und uns Studenten gegenüber immer sehr aufgeschlossen. Ich werde ihn in angenehmer und dankbarer Erinnerung behalten.


Michael Lattke · 03.06.2020

Aus meiner umfangreichen Korrespondenz mit Kurt Rudolph, die im Jahre 1972 begann, habe ich die Ankündigung des Jonas-Symposion 1998 ausgewählt.


Ahed Al _khameesi · 01.06.2020

Herzliches Beileid


Bogdan Burtea · 01.06.2020

2003 hatte ich die Ehre, Prof. Rudolph als Zweitgutachter und Kommissionsmitglied in meinem Promotionsverfahren 2003 (es ging um ein mandäistisches Thema) an der Freien Universität Berlin kennenzulernen. Wir haben uns im selben Jahr bei der ersten Gedenktagung für R. Macuch sowie 2008 bei der zweiten (s. Fotos: Prof. Rudolph als Chair und bei der mandäischen Taufe) in Berlin wieder getroffen. Lebendig in meiner Erinnerung sind jedoch die zwei Besuche in Marburg in den folgenden Jahren geblieben.
Mein herzliches und aufrichtiges Beileid!


Irmgard und Helmut Jörgens · 01.06.2020

1959 begann in Leipzig unsere Freundschaft, die sich seitdem immer mehr vertiefte. Seitdem waren wir sechs Mal bei Euch in der Dufourstraße, dann in Grünau, zuerst zu Zweit, später zu Siebt zu Besuch. Immer waren wir gerne gesehene Gäste und Freunde, die Euch auch heute noch dankbar dafür sind, dass wir auf diese Weise ein Stück der grauen DDR kennen lernen konnten.
Wir haben uns bei Euch sehr wohlgefühlt – auch später dann in Santa Barbara und öfters in Marburg. In Bonn wart Ihr und waren Eure Kinder willkommene Gäste und Gesprächspartner. Wir diskutierten und lachten miteinander und freuten uns an Kurts großem Wissen, an seinen oft witzigen Gedanken und seinem hintergründigen Humor.
Auch wenn uns Kurt – nach einem erfüllten Leben – jetzt fehlen wird: unsere Freundschaft, Christel, Ulrike und Ekkehard, bleibt bestehen.
Wir trauern mit Euch: Irmgard und Helmut.


Sam Saidi - Mandäer- · 01.06.2020

„Natürlich war ich überrascht und erfreut, daß ein junger Mandäer an mich schreibt, und mehr über seine Religion erfahren will“.
Mit diesen schönen Worten antwortete mir Prof. Dr. Kurt Rudolph seinerzeit auf mein erstes Schreiben an ihn im Jahre 2002. Für mich war es ein großes Ereignis, mit einem für uns – Mandäer – sehr angesehenen Wissenschaftler in Kontakt zu treten. Einige Jahre später wurde diese Beziehung mit einer tollen Freundschaft gekrönt, die er in seinen Briefen schön zum Ausdruck brachte „herzliche Grüße von Haus zu Haus“.
Im Jahre 2008 traf ich ihn persönlich im Rahmen der Tagung zur Religion der Mandäer und Samaritaner an der Freien Universität Berlin. Dort habe ich mich mit ihm ausgetauscht und bat ihn um Erlaubnis, einige seiner Werke über die Mandäer ins Arabische zu übersetzten. Er war erfreut darüber und schenkte mir Exemplare seiner wichtigen Veröffentlichungen. Auch war er erfreut über meine Initiative, die dort stattgefundene mandäische Taufe den interessierten Akademikern detailliert zu erklären und die Gebete zu übersetzen.
Für viele Interessenten und Forscher im Gebiet Mandäismus verewigte sich Prof. Rudolph mit seinem einzigartigen Werk über „Theogonie, Kosmogonie und Anthropogonie in den mandäischen Schriften“. Eine sehr mutige und umfassende Studie, die bis heute nicht übertroffen werden konnte.
Ja, wir haben Kurt Rudolph aus unserer Mitte verloren, er lebt jedoch mit uns durch seine Gütigkeit als Freund und seine Werke als hervorragender Wissenschaftler.
Mögen die Uthri Dir Begleiter sein, möge Dein Weg zur Lichtwelt gesegnet sein!
In verehrender Erinnerung und tief empfundenem Beileid an die liebe Familie, Freunde und Kollegen!!
Sam Saidi


Prof. Dr. Qais Saidi · 01.06.2020

Durch den Tod von Prof. Dr. Kurt Rudolph verabschieden wir uns von einer Koryphäe der Gonsis- und Mandäer-Wissenschaften, dem letzten Vertreter einer Forschergeneration, die das Studiengebiet Mandäismus bereicherte und ihre Beiträge heute noch Nachschlagwerke für uns darstellen.
Bevor ich ihn in 2003 persönlich kennengelernt habe, war mir Prof. Rudolph durch seine Leidenschaft für Mandäismus und die mandäische Gemeinde wohl bekannt. In einem unserer Treffen sagte er zu mir: „wir haben viele Jahre zu dritt verbracht: meine Frau, ich und der Mandäismus“.
Er erzählte mir oft über seine zwei Besuche zu den Mandäern im Irak. Dort ließ er sogar seinen eigenen Ehering von einem mandäischen Goldschmied im Bagdad anfertigen.
Mit großem Interesse verfolgte er die Lebenssituation der Mandäer in der Diaspora und nahm zusammen mit seiner Frau auch an ihren sozialen Aktivitäten teil. Im Jahre 2008 haben wir gemeinsam an der Tagung zur Religion der Mandäer und Samaritaner an der Freien Universität Berlin teilgenommen, in der die mandäische Taufe zum ersten Mal vor den Akademikern in Deutschland vollzogen wurde.
In unserem letzten Treffen in Düsseldorf habe ihm Exemplare meiner Veröffentlichungen über die Mandäer geschenkt. Er sagte zu mir, er sei froh darüber, dass die Mandäer ihren Glauben selbst studieren und nach ihrer Geschichte forschen.
Ich werde Dich in guter Erinnerung behalten mein geschätzter Freund!
Mein tief empfundenes Beileid an die Familie, Freunde und Kollegen!

Auch im Namen von Mandäern in Deutschland,
Prof. Dr. Qais Saidi
Vorsitzender des Gesamtvereins der Mandäer-Deutschland


Dr. Ata nassir Naseer · 31.05.2020

Herzliches Beileid
Dr. Nassir
Mandäer,
Aus Nürnberg


Prof. Dr. Sabih Alsohairy . Mandäer. · 29.05.2020

Prof. Dr. Kurt Rudolph den ich schon seit 1972 zuerst durch Briefkontakte kennengelernt habe. Persönlich habe ich ihn,vor meiner Reise nach dem Irak, im Jahre 1974 am Flughafen Schönefeld, Ostberlin damals in DDR getroffen.
Seine Werke über die Mandäer, ihre Religion und Geschichte,waren für uns, Mandäer, von großer Bedeutung. Ich habe einige seiner Arbeiten über die Mandäer ins Arabische übersetzt. Ich werde ihn stets als einen gütigen Menschen in Erinnerung behalten. Mit ihm habe ich einen guten Lehrer und Freund verloren. Sein Tod ist für uns ein großer Verlust.
In stiller Trauer

Prof. Dr. Sabih Alsohairy
Nürnberg


Majed Al Haider /Australia · 29.05.2020

Please accept my sympathy , the work of Professor Kurt Rudolph has helped the Mandaean community on so many levels . We will be forever grateful to him and his dedication to us.
Majed and his family


Aseel Rahma Alsaifi /UK · 29.05.2020

Mandaer /Please accept our deepest condolences for the sad news and the loss of a great historian and researcher Professor Rudolph may God bless his soul and rest in peace. The Mandaean Community highly appreciate his accomplishments and contribution to enrich the library of religious studies with fantastic work which will enlighten the way for future generations.
Our sincere and kindest regards to all the family, friends and colleagues


J.Almubaraki · 29.05.2020

We offer condolences to you on the death of
Dr. Kurt Rudolph for his soul, mercy and peace.
Mandäer
J.Almubaraki
Holland


Makki AL-Dulaimi 29-5-2020 · 29.05.2020

Accept my deepest condolences
With best wishes to all family


Salfador · 29.05.2020

Trauerspruch für einen guten Freund
Viele Menschen treten in Dein Leben – doch nur wenige hinterlassen Spuren in Deinem Herzen. Du hast eine Spur in meinem Leben hinterlassen; ich werde dich nie vergessen, mein treuer und lieber Freund! Freunde im Leben – Freunde im Tod. Ich werde dich immer in Erinnerung behalten und an unsere schöne Zeit zurückdenken


Mit Freundlichen Grüßen ... Amer Zuhair .. · 29.05.2020

In meinem Namen und im Namen meiner Familie. Unser tief empfundenes Beileid gilt der Familie von Professor Kurt Rudolph. Lass den Herrn von den Gärten des Paradieses bewohnt sein. Sie haben Geduld und Trost .


Ekkehard · 28.05.2020

Nachruf von Prof. em. Hubert Seiwert
17. Mai 2020

In Memoriam Kurt Rudolph (1929-2020)

Dear colleagues,

I received the sad message that Professor Kurt Rudolph past away on May 13th, shortly after celebrating his 91st birthday. Kurt Rudolph was an outstanding historian of religion and one of the most influential German scholars of religion in the second half of the last century. He was most renowned for his works on the religion of the Mandaeans, Gnosis and Gnosticism, which have been translated in several languages. Equally important are his contributions to the methodology and self-reflection of the study of religion as an academic discipline. He ardently advocated Religionswissenschaft as a systematic and critical discipline based on sound historical research to counteract both ideological and theological agendas.

After a vocational training as a carpenter, Kurt Rudolph studied religion, Protestant theology and Semitic languages at the then Karl-Marx-University of Leipzig, where in 1956 he earned the degree of doctor of theology and one year later a PhD in history of religions. In 1971 he became professor of history of religions and comparative religion at the same university. Like his teacher and predecessor in Leipzig Walther Baetke, who as a historian of Nordic and Germanic religions had resisted the ideological encroachment of the Nazi regime, he insisted on painstaking historical research as the essential fundament of the study of religion. This insistence allowed him to safeguard the academic integrity of the discipline despite strong ideological pressure of the Communist government of East Germany. Although the political circumstances restricted direct contacts with his West German colleagues and the international academic community, his publications secured him high reputation abroad. In 1983 he received an honorary doctorate from the University of St. Andrews and from 1984 to 1986 he was visiting professor at the University of Chicago and UC Santa Barbara. During his stay in the United States, he decided not to return to East Germany and accordingly lost the chair at his home university and his membership in the Saxon Academy of Sciences and Humanities. In 1986 he got a call from the University of Marburg where he served as professor of history of religions until his retirement in 1994.

Kurt Rudolph, who also was an honorary doctor of the University of Aarhus, embodied in an exemplary way the study of religion as a self-reflexive and critical discipline. Long before methodological critique became fashionable, he addressed theological and ideological biases threatening the wissenschaftliche integrity and autonomy of the discipline. Besides his outstanding academic achievements, his name stands for the preservation of the Leipzig tradition of Religionswissenschaft in unfavourable times. The University of Leipzig has belatedly paid tribute to his merits by conferring an honorary doctor degree in 1996.

Hubert Seiwert
Religionswissenschaftliches Institut
Universität Leipzig


Peter Antes · 28.05.2020

Durch den Tod von Kurt Rudolph ist der letzte große Klassiker der weltweiten Religionswissenschaft von uns gegangen. Seine Arbeiten zur Gnosis und zum Manichäismus gehören ebenso zu den dauerhaften Standardwerken der Religionsgeschichte wie seine Studien zur Methodologie in der systematischen Religionswissenschaft und Theoriebildung wegweisend sind und bleiben werden.
Wer ihn gekannt hat, verliert zudem einen echten Freund, mit dem man gerne zusammen gewesen ist und mit dem das wissenschaftliche Diskutieren stets höchst interessant und Erkenntnis fördernd war.


H. N. Ghanim · 28.05.2020

I am very sad
Mandäer


Walid Shiltagh · 28.05.2020

Accept my deepest condolences
With best wishes to all family


Al_ Khameesi · 28.05.2020

Herzlichen Beileid


Naim Thamer · 28.05.2020

Please accept my deepest condolences and sympathy for the death of Professor Dr. Kurt Rudolph.

Naim Thamer
Mandaean Society of Kumla/ sweden
2020/05/27


Ali Muayed Salih · 28.05.2020

So wie ein Fluss im Meer weiterlebt, so wird auch die Seele weiterleben.


Saraj Saraj +Suher Saraj · 28.05.2020

Mandäar
Herzliches beileid für die erste mandische lährar.


Konstantin · 28.05.2020

In den achtziger und neunziger Jahren wurde bei uns an manchem Abend ein einfaches Kartenspiel gespielt, das vor allem bei den Älteren zunehmend für viel Begeisterung sorgte (die es auch gern allein spielten). Kuhhandel! Es ging darum, am Ende möglichst viele und möglichst wertvolle Tierquartette zu besitzen. Falls ein anderer Spieler ein oder mehrere Tiere desselben Quartetts besitzt, konnte er einem Mitspieler einen Kuhhandel um Tiere dieses Quartetts anbieten. Nachdem der Herausforderer einen verdeckten Betrag ausgewählt hatte und für die Tiere anbot, konnte der herausgeforderte Spieler entweder den angebotenen Betrag annehmen und dem Herausforderer die Tiere überlassen oder er bot selber einen verdeckten Betrag für die Tiere an. Die Tiere gingen dann an den Spieler, der mehr geboten hatte. Gerade beim Bieten kam es zu oft tumultartigen Szenen, wenn Schweine, Esel, Hühner und der dergleichen im Minutentakt über den Tisch gingen. Die Spieler zeigten Facetten ihrer Persönlichkeit, von denen man gar nicht oder wenig wusste. Ein guter Wein machten die Spiele zu Klassikern der Abendunterhaltung.
Kurt war ein begnadeter Kuhhandelspieler! Es war ein Vergnügen, mit ihm zu spielen, wenn er mit seiner Frau Christel bei uns in Bonn wohnte oder später oft zu Gast war. An guten Tagen konvertierte er zu einem auf Großtierhaltung spezialisierten vermögenden agrarischen Großunternehmer. Das Kleintier interessierte ihn nicht wirklich. An einem Abend gingen den Damen und Herren beim Versteigern so das Temperament durch, dass die Stimmung kurz kippte und Vorwürfe wie „dunkelste kapitalistische Machenschaften“ (oder so ähnlich) hin-und herwechselten. Dies gipfelte dann in der Verabredung mit meinen Eltern, dieses Spiel der teuren Freundschaft wegen vielleicht besser nicht mehr zu spielen! Eigentlich schade, weil ich mir Kurt nie wirklich bei dem Legen einer Patience vorstellen konnte..
Die wunderbare Freundschaft zwischen meinen Eltern und den Rudolphs hat uns in den siebziger und achtziger Jahren ermöglicht, die sehr grau daherkommende DDR zu bereisen und kennenzulernen. Ich bin der jüngste von fünf Söhnen und altersbedingt hatten diese Reisen noch nicht die lebendigen Eindrücke hinterlassen, die sie bei meinen Eltern und Brüdern hinterlassen haben. Aber dieser freundschaftliche Kontakt hat unsere Biographien um einen wichtigen deutsch-deutschen Aspekt bereichert. Dies hatte auch seinen Preis; bei der Einreise in die DDR musste ich das „Fußball Magazin“ hergeben. Teil dieser Biographien ist auch die über viele Jahre gewachsene tiefe Verbundenheit zwischen den Familien. In Bonn erlebten wir Kurt als einen die gute Gesellschaft liebenden Familienmenschen. Wenn man sich mit ihm unterhielt, merkte man nicht, wie die Zeit verging (welch schöneres Kompliment kann man einem Menschen machen? …). Manchmal brauste er auf, wenn unser Hund sich nach dem Durchwaten des Kottenforstbaches in sein Gästebett legte („Christel, wir reisen ab!“), um dann im nächsten Moment wieder so herzlich, ungeheuer witzig und geistreich zu sein. Als Mensch ein wirkliches Ereignis mit vielen schönen Erinnerungen! Mein tief empfundenes Beileid an Christel, Ulrike, Ekki, Anne, Carolin, Nicolas und die Familien!


Ekkehard · 28.05.2020

Nachruf Vandenhoek & Ruprecht Verlag
19.05.2020

Wir trauern um unseren Autor Kurt Rudolph, der am 13. Mai im Alter von 91 Jahren verstorben ist. Wir möchten allen Angehörigen und Trauernden unsere Anteilnahme und unser herzlichstes Beileid aussprechen.

Der deutsche Gnosis- und Manichäismusforscher und Religionswissenschaftlicher Kurt Rudolph begann nach seinem Abitur 1948 ein Studium der Religionsgeschichte, Evangelischen Theologie und Semitistik an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. 1950 wechselte er an die Universität Leipzig. Während seines Studiums war Rudolph 1952/53 Hilfsassistent am Religionsgeschichtlichen Seminar, nach seinem theologischen Staatsexamen 1953 wurde er wissenschaftlicher Assistent am Religionsgeschichtlichen Institut der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig. Während dieser Zeit arbeitete Rudolph parallel an zwei Promotionen in Theologie und Religionsgeschichte. Die theologische Promotion erfolgte 1956 mit einer Arbeit zum Thema »Die Mandäer I – Das Mandäerproblem«, im April 1957 folgte die religionsgeschichtliche Promotion, die mit der Arbeit »ie Mandäer II – Der Kult« inhaltlich direkt an die erste Promotion anschloss. 1961 habilitierte Rudolph in der Religionsgeschichte und Vergleichender Religionswissenschaft mit der Arbeit »Theogonie, Kosmogonie und Anthropogonie in den mandäischen Schriften«.

Im September 1961 wurde Kurt Rudolph Professor mit Lehrauftrag für Religionsgeschichte und Vergleichende Religionswissenschaft an der Universität Leipzig. Ab 1974 war er ein ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften, aus der er 1984 ausgeschlossen wurde, nachdem er von einer Reise in die USA nicht mehr in die DDR zurückkehrte. Von 1984 bis 1986 lehrte Rudolph als Gastprofessor an der University of Chicago und an der University of California. Zurück in Deutschland wurde Rudolph Professor an der Philipps-Universität Marbrug, wo er bis zu seiner Emeritierung 1994 tätig war. Nach der Wiedervereinigung wurde Rudolph 1991 wieder korrespondierendes Mitglied der sächsischen Akademie der Wissenschaften.

Während seiner wissenschaftlichen Laufbahn und seines Wirkens an den Religionswissenschaftlichen Instituten in den USA und den beiden deutschen Staaten hatte sich Kurt Rudolph einen internationalen Ruf als Kenner der Gnosis und des Manichäismus erworben. Neben diesem Schwerpunkt beschäftigte er sich auch mit dem Islam und methodischen Fragen der Religionswissenschaft.

In der Religionswissenschaft strebte Rudolph vorrangig die Begründung einer von der Theologie unabhängigen Religionswissenschaft an, wobei er stets betonte, dass sich die Religionswissenschaft einem methodischen Atheismus verpflichten müsse. Diese These war in der Religionswissenschaft hart umkämpft, bildet inzwischen jedoch weitestgehend den Konsens.

https://www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com/aktuelles/nachrufrudolph