2020-05-31 20:52:36 Prof. Dr. Qais Saidi

Durch den Tod von Prof. Dr. Kurt Rudolph verabschieden wir uns von einer Koryphäe der Gonsis- und Mandäer-Wissenschaften, dem letzten Vertreter einer Forschergeneration, die das Studiengebiet Mandäismus bereicherte und ihre Beiträge heute noch Nachschlagwerke für uns darstellen.
Bevor ich ihn in 2003 persönlich kennengelernt habe, war mir Prof. Rudolph durch seine Leidenschaft für Mandäismus und die mandäische Gemeinde wohl bekannt. In einem unserer Treffen sagte er zu mir: „wir haben viele Jahre zu dritt verbracht: meine Frau, ich und der Mandäismus“.
Er erzählte mir oft über seine zwei Besuche zu den Mandäern im Irak. Dort ließ er sogar seinen eigenen Ehering von einem mandäischen Goldschmied im Bagdad anfertigen.
Mit großem Interesse verfolgte er die Lebenssituation der Mandäer in der Diaspora und nahm zusammen mit seiner Frau auch an ihren sozialen Aktivitäten teil. Im Jahre 2008 haben wir gemeinsam an der Tagung zur Religion der Mandäer und Samaritaner an der Freien Universität Berlin teilgenommen, in der die mandäische Taufe zum ersten Mal vor den Akademikern in Deutschland vollzogen wurde.
In unserem letzten Treffen in Düsseldorf habe ihm Exemplare meiner Veröffentlichungen über die Mandäer geschenkt. Er sagte zu mir, er sei froh darüber, dass die Mandäer ihren Glauben selbst studieren und nach ihrer Geschichte forschen.
Ich werde Dich in guter Erinnerung behalten mein geschätzter Freund!
Mein tief empfundenes Beileid an die Familie, Freunde und Kollegen!

Auch im Namen von Mandäern in Deutschland,
Prof. Dr. Qais Saidi
Vorsitzender des Gesamtvereins der Mandäer-Deutschland