2020-06-04 16:43:51 Hans G. Kippenberg

Der Tod von Kurt hat mich aufgewühlt. Ich habe an ihn allerbeste Erinnerungen. Besonders lebendig sind die aus den siebziger Jahren. Sie treten in vielen Briefen zutage, die ich mit ihm während meiner Zeit in Groningen gewechselt habe. Der erste Brief von ihm stammte aus dem Jahre 1971. Mein Versuch, mit Fragestellungen des Soziologen Max Webers den antiken Gnostizismus besser gerecht zu werden als mit der damals noch hoch geschätzten Phänomenologie, traf auf seine Zustimmung; ja mehr noch, er wies mich auf einen Aufsatz hin, in dem er gleiches versucht habe. Sonderdrucke gingen hin und her. Von da an blieben wir in Verbindung. Eine Sammlung seiner Aufsätze in der religionswissenschaftlichen Buchreihe von Brill, ein Gastvortrag in Groningen, sein Interesse an der dortigen Religions-Ikonographie und 1989 sein Beitrag zu einer van der Leeuw Konferenz in Groningen – alle diese Vorhaben und weitere, die eine neue Orientierung im Fach suchten, hob er mit seiner umfangreichen Methodenkenntnis und Breite an Gelehrsamkeit auf ein höheres Niveau.
Er wird uns allen im Gedächtnis bleiben.