2020-06-08 18:20:39 Edith Franke (Marburg), 08.06.2020

Kurt Rudolph war und ist für mich in einer der bedeutendsten Religionswissenschaftler. Als langjährige Assistentin von Peter Antes in Hannover und vor allem durch meinen akademischen Lehrer Hubert Seiwert, habe ich das Werk von Kurt Rudolph schon während meines Studiums als Begründung einer historischen, empirischen und sich selbst kritisch reflektierenden Religionswissenschaft schätzen gelernt. Persönlich kannte ich ihn lange nur flüchtig von Tagungen und anderen akademischen Veranstaltungen. Als ich im Jahr 2006 an die Philipps-Universität Marburg kam, hatte ich jedoch das Vergnügen, mit ihm und den Kollegen Rainer Flasche, Hans-Jürgen Greschat, Martin Kraatz sowie der Kollegin Spuler-Stegemann ein gemeinsames Seminar durchzuführen. Anschließend daran sind wir in einigen Café-Treffen dann auch fachlich und persönlich ins Gespräch gekommen. Bis heute fehlen die Texte von Kurt Rudolph in keiner meiner Lehrveranstaltungen zur systematischen Religionswissenschaft und stehen seine klaren, scharfen Analysen zum Selbstverständnis und zu Aufgaben unseres Fachs richtungsweisend für unsere Disziplin. Mit ihm verliert unser Fach einen seiner bedeutendsten Gelehrten und einen liebenswerten Kollegen.